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29.10.2018

Neuregelung der Psychotherapie für Menschen mit geistiger Behinderung beschlossen

Die verbesserte Versorgung erfolgt auf Vorschag der Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat eine Änderung der Psychotherapierichtlinie zur verbesserten Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung beschlossen, schreibt die Patientenvertretung im G-BA in einer Pressemitteilung. Menschen mit geistiger Behinderung werden ausdrücklich in die Richtlinie mitaufgenommen, der Personenkreis wird beschrieben und eingegrenzt auf Basis des ICD-10, dem weltweit anerkannten Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen. Die Änderung betrifft vor allem die Einbeziehung von Bezugspersonen. Für diese stehen zusätzliche Therapiestunden in der Einzel- oder Gruppentherapie zur Verfügung. Das gilt für die Sprechstunden, die probatorischen Sitzungen (Probesitzungen) und die Rezidivprophylaxe (Fortführung einer Therapie, um einen Rückfall zu vermeiden). Anders als bei Erwachsenen ohne Behinderung wird die Einbeziehung von Bezugspersonen nicht auf das Gesamtkontingent angerechnet.

Die erneute Beratung der Richtlinie erfolgte auf Verbesserungsvorschläge der Deutschen Gesellschaft für seelische Gesundheit bei Menschen mit geistiger Behinderung e.V. und der Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.. Die Patientenvertretung im G-BA begrüßt die Änderungen und fordert weitere Verbesserungen. Die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit geistiger Behinderung sollten in die Psychotherapie-Ausbildung einfließen und für die Behandlung des Personenkreises Anreize geschaffen werden.

Quelle: Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss | www.patientenvertretung.g-ba.de